Arbeit als Liebe. Liebe als Arbeit. / 2018

HD Videoinstallation, single channel, 16:9,
color, sound, 22:47 min, German
mit Brigitte Dätwyler

Text EN / DE

ARBEIT ALS LIEBE. LIEBE ALS ARBEIT. /
2018

HD Videoinstallation, single channel, 16:9, color, sound, 22:47min, German
mit Brigitte Dätwyler

Arbeit als Liebe. Liebe als Arbeit. ist eine Videoarbeit von Brigitte Dätwyler und Lena Maria Thüring, die in Zusammenarbeit mit fünf Klientinnen der FIZ – Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration entstanden ist. Das von Damian Christinger initiierte und von den beiden Künstlerinnen realisierte Projekt entstand im Rahmen des Jubiläums 500 Jahre Zürcher Reformation. Während Ehefrauen im Zuge der Reformation mehr Rechte erhielten, gerieten alleinstehende Frauen unter den neuen Sittengesetzen unter Generalverdacht, wurden teilweise kriminalisiert und an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Frauen, die anders waren und fremd wirkten – sei es aufgrund ihrer Herkunft, von Verhaltensweisen oder Einstellungen – wurden marginalisiert und verfolgt. Es genügte mitunter eine Denunziation, um jemanden vor ein Hexengericht zu stellen. Diese historischen Gegebenheiten dienten als Ausgangspunkt, um aus heutiger Perspektive die Ausgrenzung von Minderheiten sowie die Gewalt gegen Frauen zu thematisieren. Der Titel Arbeit als Liebe. Liebe als Arbeit. ist an einen Aufsatz von Barbara Duden und Gisela Bock angelehnt, der 1977 erschien. Jene Arbeiten, die man heute als Care-Work bezeichnet, hängen mit dem für die Reformation wichtigen Begriff der Nächstenliebe zusammen und wurden von Frauen ausgeführt. Auch heute wird die Haus- und Betreuungsarbeit noch immer grösstenteils von Frauen verrichtet – daran gekoppelt wird sie oft unter prekären Umständen von Frauen mit Migrationshintergrund geleistet. Viele Migrantinnen, die in der FIZ beraten werden, verrichten gesellschaftsrelevante Care-Arbeit als Putzkräfte, Kinderbetreuerinnen oder Altenpflegerinnen – Arbeiten, die schlecht bezahlt werden, wenig Anerkennung erhalten und stark beanspruchen. So auch die fünf Klientinnen der FIZ, mit denen die Künstlerinnen in Workshops zusammenarbeiteten, um aus dem Lebens- und Arbeitsalltag der Teilnehmerinnen, aus Gesten und Bewegungen, eine Choreografie zu entwickeln und diese filmisch zu dokumentieren.

Damian Christinger, Zürich

 

Dank

Herzlichen Dank an die Protagonistinnen für ihr Vertrauen, ihre Offenheit und ihr

Engagement in der Zusammenarbeit.

Besonderen Dank für die Unterstützung an das Museum Haus Konstruktiv mit Direktorin Sabine Schaschl.

Speziellen Dank an Martin Heller und Barbara Weber, Verein 500 Jahre Zürcher Reformation, Inhaltlich-kuratorische Gesamtleitung.

Danke für die grosszügige Förderung an:

Philaneo, Ernst und Olga Gubler-Hablützel Stiftung, Stiftung Erna und Curt Burgauer, Ernst Göhner Stiftung

Produktionsleitung:

Brigitte Dätwyler, Lena Maria Thüring

Kooperationspartnerin: FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration

Projektleitung FIZ: Juliet Manning, Rebecca Angelini

Namen aller Mitwirkenden

Projektinitator: Damian Christinger

Kommunikation: Anna Francke

Konzept, Regie, Realisation: Brigitte Dätwyler, Lena Maria Thüring

Workshopleitung: Brigitte Dätwyler

Skript: Brigitte Dätwyler, Lena Maria Thüring

Choreografie: Brigitte Dätwyler, Lena Maria Thüring mit Stephanie Hess

Kamera: Carlotta Holy Steinemann, Lena Maria Thüring

Ton: Salome Wüllner

Kostüme: Meret Aebersold, Brigitte Dätwyler, Lena Maria Thüring

Hair & Make up: Anna Tschannen

Schnitt: Lena Maria Thüring mit Petra Beck

Lektorat: Anna Francke, Alice Wilke

Korrektorat: Rosmarie Anzenberger

Sprecherinnen: Lara Körte, Ute Sengebusch, Oriana Schrage

Musik: Fred Herrmann mit Lena Maria Thüring

Color Grading: Patrischa Freuler

Übersetzung: Wilhelmina Dias Oliver, Gerrit Jackson, Dolores Menchon, Rana Youssef

 

Dank an:

Annette Amberg, Eva Andonie, Rebecca Angelini, Seline Baumgartner, Shelley Berlowitz, Michael Bischof, Henri Bischof, Katharina Brandl, Reto Bühler, Gina Bucher, Damian Christinger, Serena Dankwa, Wilhelmina Dias Oliver, Carola Ertle, FIZ Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration, Noemi Fraefel, Anna Francke, Ladina Gerber, Salome Gloor, Martin Heller, Fred Herrmann, Max Herrmann, Stephanie Hess, Anke Hoffmann, Regina Lange, Eliza Lips, Caroline Lommaert, Juliet Manning, Esther Mathis, Christa Meienberg, Dolores Menchon, Alexandra Navratil, die Protagonistinnen, Atalja Reichlin, Chantal Riedo, Flurina Ribi Forster, Christina von Rothenhahn, Olinda Sanchez, Sabine Schaschl, Sarah Schilliger, Susanne Seytter, Corinne Linda Sotzek, Esther Straub, Lucia Tozzi, Larissa Ullmann, Barbara Weber, Stefanie Marlene Wenger, Alice Wilke, Rana Youssef, ZHdK, Zürcher Hochschule der Künste.