Future Me /
2016

HD Video, single channel, 16:9, color, sound, 11 min 49 sec,
German, Spanish, Portuguese, Turkish, Albanian, Macedonian, English subtitles

 

 

Text EN / DE

FUTURE ME /

2015

Lena Maria Thüring’s art often grows out of conversations with others she translates into texts and videos. Thüring’s guiding question is how individual stories can help us think about social systems and the constructions that underlie them. As part of its Education Projects series, the Museum für Gegenwartskunst invited the artist to collaborate with high school students on a new work. She led the students in a workshop in which they wrote their memoirs, from birth to death, producing a series of semi-fictions: partly invented and partly autobiographical texts probing the boundary between the documentary and fictional registers—between recollection and dramatic imagination. Edited for greater density and added effect, the texts served as the basis for a script used in a subsequent video shoot. The result is a film that bears the hallmarks of a music video. The choreographies and dramatic scenes staged for the camera burst onto the screen with a mix of dancelike grace and combativeness, while the soundtrack features the students’ own offscreen voices reading their memoirs—a polyphonic verbal fabric in the rhythm of the images.

Søren Grammel, Museum für Gegenwartskunst Basel, Switzerland

FUTURE ME /

2015

Die künstlerische Arbeit Lena Maria Thürings beginnt häufig mit Gesprächen, die sie mit anderen führt und zu Texten und Videofilmen weiterverarbeitet. Dabei interessiert Thüring die Frage, wie man anhand individueller Geschichten über gesellschaftliche Systeme und die ihnen zugrunde liegenden Konstruktionen nachdenken kann. Im Rahmen der Education Projekte lud das Museum für Gegenwartskunst die Künstlerin ein, um gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern ein neues Werk zu produzieren. In Zusammenarbeit mit der Künstlerin verfassten die Schülerinnen und Schüler ihre Memoiren – von der Geburt bis zum Tod. So entstand eine Reihe semi-fiktiver, teils erfundener, teils autobiografischer Texte, in denen die Grenze zwischen Dokumentationund Fiktion berührt wird – zwischen Erinnerung und Inszenierung. Die Texte wurden anschliessend bearbeitet, verdichtet und verfremdet. Das Resultat dieses Prozesses ist ein Skript, das den Ausgangspunkt für einen Videodreh bildet. So entsteht ein Film, der Züge eines Musikvideoclips hat. Die teils tänzerischen, teils kämpferischen Choreografien und Inszenierungen vor der Kamera füllen die Bildebene. Die von den Schülerinnen und Schülern gesprochenen Memoiren erscheinen als Offstimmen auf der Tonebene – ein polyphoner Sprachteppich im Rhythmus der Bilder.

Søren Grammel, Museum für Gegenwartskunst Basel, Schweiz